Im Weißen Haus beginnt Prüfung von CFTC-Krypto-Plänen
Die US-Terminbörsenaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) hat eine neue regulatorische Maßnahme für Krypto-Asset-Transaktionen und -Märkte beim Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA) im Weißen Haus eingereicht. OIRA erhielt die Vorlage am 17. September 2026, wenige Tage nachdem der US-Senat den CLARITY Act nicht vorangebracht hatte. Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich noch nicht um eine formell vorgeschlagene oder gar geltende Regel, sondern um einen frühen Verfahrensschritt.
Frühe Prüfphase statt fertiges Regelwerk
OIRA führt die Maßnahme mit dem Titel „Regulation Crypto Asset Transactions and Regulation Crypto Asset Markets“ im Status „prerule“ – der frühesten Stufe des föderalen Rulemaking-Prozesses. Die Einreichung selbst legt die materiellen Anforderungen des geplanten Regimes noch nicht fest.
Nach Abschluss der Prüfung durch das Office of Management and Budget soll der Entwurf zur CFTC zurückgehen. Dort sind ein Kommissionsvotum, eine Phase der öffentlichen Kommentierung und ein weiteres Votum vorgesehen, bevor Regeln überhaupt in Kraft treten könnten. Laut Primärquelle gibt es keine gesetzliche Frist für die Prüfung, und die Maßnahme ist als nicht wirtschaftlich signifikant eingestuft – mehr Verfahrensschritt als unmittelbarer Markteingriff. Der Kontext zur CFTC-Prüfung zeigt, wie sich dieser Prozess in den kommenden Monaten entwickeln dürfte.
Regulierung unter bestehender Zuständigkeit
CFTC-Chair Michael Selig hatte bereits vor dem Senatsrückschlag einen Weg über die bestehende gesetzliche Zuständigkeit der Behörde skizziert. Er hatte CFTC-Mitarbeiter beauftragt zu prüfen, ob bestehende registrierte und derzeit unregistrierte Krypto-Börsen als sogenannter „crypto asset market“ nach dem Modell eines designated contract market zugelassen werden könnten.
Unter dieser Struktur ließe sich gehebelter oder margengehandelter Kryptohandel unter direkter CFTC-Aufsicht anbieten. Der regulatorische Stillstand rund um den CLARITY Act erklärt, warum die Behörde diesen Weg nun aktiv weiterverfolgt, statt auf ein umfassendes Marktstrukturgesetz zu warten.
SEC und Branche setzen auf bestehende Befugnisse
Selig erklärte laut Primärquelle, die CFTC werde ihre Krypto-Marktregeln trotz des legislativen Rückschlags unter bestehender gesetzlicher Zuständigkeit weiterverfolgen. SEC-Chair Paul Atkins signalisierte parallel, dass die Wertpapieraufsicht unabhängig von zusätzlicher Gesetzgebung weiter vorgehen werde.
Coinbase-CEO Brian Armstrong äußerte sich am 15. September 2026 dazu und verwies darauf, dass SEC und CFTC bereits über die nötigen Instrumente verfügten, um unter bestehender Zuständigkeit klare Regeln zu schaffen. Damit zeichnet sich ein Muster ab: Die Aufsichtsbehörden verlagern das Zentrum der US-Krypto-Regulierung faktisch weg vom Kongress hin zu eigenem Rulemaking.
Mehrere schmalere Schritte statt sofortiger Gesamtregulierung
Während die breitere CFTC-Initiative im frühen Bundesprüfverfahren verharrt, hat die Behörde parallel mit Staff Letter 26-25 die regulatorische Entlastung für bestimmte passive Softwareanbieter erweitert. Erfasst sind unter anderem einige Krypto-Wallet-Schnittstellen, sofern definierte Bedingungen erfüllt sind – mehr dazu in der Einordnung der praktischen Folgen für Wallets und Apps.
Die SEC wiederum gewährte bestimmten sogenannten Tokenized Securities Venues eine befristete, bedingte Entlastung für den Handel mit ausgewählten tokenisierten NMS-Aktien (National Market System). Die White-House-Einreichung der CFTC, die Software-Entlastung und die SEC-Ausnahme sind laut Primärquelle drei getrennte Maßnahmen – konkrete Preiswirkungen auf Kryptomärkte lassen sich daraus derzeit nicht ableiten.
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